|  |  |  |  | | |  |  |  |  |  |  |  |  |  |  |  |  |  |  |  | | | | | | Tipps | | | | Einleitung | | | Kai Pfeiffer behauptete in einem Artikel im Dartecho 1994, dass im DDV praktisch kein Spieler echtes Darttraining betreibt! Regelmäßiges Spielen bezeichnete er nicht als Training sondern lediglich als Üben. Begründung: Im Vergleich zu anderen Sportarten würden die fundamentalen Unterschiede in der Trainingsauffassung liegen. Es würden nicht die Einzelelemente des Spiels trainiert, sondern lediglich das Spiel selbst geübt. Die Vorteile eines echten Trainings begründen sich darin, dass die einzelnen Spielelemente in einer reineren, intensiveren Art geübt werden, als diese in einem kompletten Spiel vorkommen. Ergo ist der Trainingseffekt auch deutlich höher. Ein weiteres Merkmal von echtem Training ist, dass es weniger um Spaß, sondern vielmehr um Selbstdisziplin und harte Arbeit geht. Wer sein Spiel ernsthaft als Leistungssport betreiben will, muss sich der Mühsal des Trainings stellen.
Zuerst muss jedoch das Dartmatch in seine einzelnen Segmente zerlegt werden, die wie folgt denkbar sind: | | | | 1. Wurfstil | | | | Ein guter Wurfstil bildet die Basis für ein gutes, konstantes Spiel! Jeder Spieler hat einen eigenen natürlichen, instinktiven Wurfstil, der optimal zu ihm passt.
Um diesen zu finden, bzw. zu entwickeln, gibt es eine kleine Übung: Man wirft dabei nur nach Gefühl, also ohne Sicht auf das Board. Als nützlich hat sich hierbei herausgestellt, einfach links (bei Linkshändern rechts) neben das Board zu schauen und rein nach Gefühl zu scoren.
Der Sinn dieser Übung ist folgender: Beim Darten nach Sicht wird der Dart häufig noch ein wenig gedrückt, geschoben usw. um in Richtung Ziel gebracht zu werden. Genau diese Störfaktoren sollen ausgeschaltet werden. Wenn der optische Zielvorgang fehlt, wird die Arm/Handbewegung ruhig und voll ausgeschwungen. Genau das soll geübt werden. Hierbei kommt es nicht auf einen hohen Score an, sondern dass die Darts möglichst eng gruppiert werden! Wer seinen persönlichen Stil noch nicht gefunden hat oder ihn festigen möchte, dem sei diese Übung ans Herz gelegt.
Ein paar Minuten des Trainingsprogramms sollten dafür reserviert werden. | | | | 2. Der erste Dart | | | | Ein guter erster Dart ist enorm förderlich für eine gute Leistung, als auch ein Indikator für die Verfassung des Spielers.
Ein Treble mit dem ersten Dart ist aus zwei Gründen für das eigene Spiel förderlich: 1. Es beruhigt die eigene Psyche
2. Durch simples Nachwerfen (kopieren der Wurfbewegung des vorherigen Darts) besteht häufig die Möglichkeit noch einen der restlichen Darts im Treble zu platzieren. Zusätzlich erzielt man beim Gegner eine nicht zu unterschätzende psychische Wirkung.
Die Übung dafür ist relativ simpel: Einfach nur mit einen Dart spielen. Wem das zu stumpfsinnig erscheint, wirft alternativ dazu die anderen zwei Darts auf Triple-19, 18 oder Bull. Wichtig ist jedoch jeweils nur einen Dart auf ein Feld zu werfen!
Das zeugt von Langeweile, aber wer gut sein will muss leiden! | | | | 3. Das Scoren | | | | Hohe Scores beruhigen, nerven den Gegner und beeindrucken die Zuschauer. Entscheidend sind jedoch nicht 180er, sondern praktisch ständige 100er Scores. Konstanz!
Sinnvolle Trainingsvarianten für das Scoren sind: 1. 60 oder 90 Darts scoren und aufaddieren 2. 2001 statt 501 3. 7 Leben auf Score (wer den Score seines Vorwerfers nicht überbietet, verliert eines davon).
Wichtig ist einzig: Wenn Scoren geübt wird, dann wird auch nur gescored! Minute um Minute, Stunde um Stunde!
Eine weitere ausgezeichnete Übung ist 10.001 - dauert etwa 2 Stunden. | | | | 4. Vorbereitende Felder | | | | Nichts kann eine gute Ausgangsposition so schnell kaputt machen, wie das "herumgurken" auf ungewohnten Trebles. Es reicht nicht die T20 zu beherrschen, denn ein Doppel stellt man sich häufig eben nicht damit. Welche anderen Trebles/Singles nun gesondert zu trainieren sind hängt von den individuellen Finish-Wegen ab. Wenn du dir also nun über die für dich relevanten Felder im Klaren bist, kannst du diese gezielt üben.
Hierbei bieten sich 2 Hauptvarianten an: a) Felder isoliert abklappern, vorzugsweise nur mit einem Dart (z.B. Single/Treble rundum)
b) Aus einer Kombination heraus Trebles anspielen. 1.: 61 (81..) aufwärts in der Form, dass jedes Finish geschafft werden muss, also 61, 62, 63...und wenn man an einer Zahl hängenbleibt, dann wird halt 30 Minuten 78 geübt. 2.: 61 (81, 101..) aufwärts mit den Regeln, Finish geschafft, dann Zahl plus 10, Finish nicht geschafft, dann Zahl minus 1.
Speziell Variante b) ist zu empfehlen, denn hiebei werden viele verschiedene Finishes z.T. auch mehrmals angespielt. Wesentlicher Punkt bei diesen Übungen ist, dass diejenigen Felder angespielt werden, die auf den persönlichen Finish-Wegen liegen. Diese Wege sollten daher vorher genau überlegt/analysiert werden! | | | | 5. Das Checken | | | | ''Treble is funny, but Double is money!'' Das Training soll darauf abzielen, auch in einer engen Situation mit nur 1, 2 Darts auf Doppel, dieses auch zu treffen. Mit einem von 9 Darts D16 zu treffen braucht man nicht zu üben.
Zu trainieren gilt die Situation in der man unter Druck steht! Die allgemeine Trefferquote lässt sich natürlich mit Double-Rundum bzw. Ablaufen der verschiedenen Doppelwege wie 20,10,5 / 16,8,4,2,1 / 12,6,3 ... verbessern, doch der bereits simple Umstieg in Trainingsmatches auf Double-In fügt das Element Druck/Stress hinzu und genau das ist ja erwünscht.
In spielerischer Form gelingt die Kombination von Stress und konzentriertem Arbeiten auf Doppel mit 201er Partien oder dem Spiel Save the Score, wobei man mit den ersten beiden Darts scored und mit dem dritten Dart auf Doppel, welches einer vorher festgelegten Reihe folgt, z.B. 20, 18, 16, 12, 10, 8 ,4, Bull (Hauptsache die Doppel gehören zu den eigenen Finish-Wegen), wirft und bei einem Treffer den Score sichert. Was hier geübt werden soll ist das Checken unter Druck mit nur einem Dart!
Jeder kann sich die auf ihn optimal zugeschnittenen Trainingswerkzeuge selbst erstellen - seid kreativ! | | | | 6. Trainingskontrolle | | | | Die schriftliche Kontrolle von Trainingsergebnissen ist ein wesentliches, unverzichtbares Element eines vernünftigen Trainings. Zum einen braucht man Vergleichswerte für eine Analyse und Erstellung eines Trainingsplans und der Wille Ergebnisse zu verbessern erhöht den Erfolgsdruck.
Die Ausrichtung des Trainingsplan hängt von der eigenen Einschätzung bezüglich eigener Stärken und Schwächen ab. Anhand dieser Analyse stellt man sich nun eine persönliche Trainingsroutine auf, die eine feste Anzahl von Einzelpunkten (z.B. 3 Legs 2001, 10 Legs 201, 30 Versuche Finishes mit +10/-1-Regel ...) enthält. Wichtig ist die Möglichkeit der Ergebniserfassung in einem erstellten Formular.
Regelmäßigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg! | | | 7. Mentales Training | | | | Der Erfolg ist bis zu 95% Kopfsache und ist mitunter bei gleichwertigen Gegnern spielentscheidend! Es gibt zweierlei Symptome die es abzustellen gilt. Zum einen führt die Ausschüttung von Streßhormonen zur Verkrampfung, der zweite Mechanismus , die ''Selbsterfüllende Prophezeiung'' zum Komplettversagen. Was tun?
Vor dem Spiel: Durch Simulation von Spielsituationen (das flaue Gefühl im Magen sollte sich einstellen) stellt sich ein Gewöhnungs/Abnutzungseffekt ein, der in der tatsächlichen Situation für mehr Entspanntheit sorgt. Auch eine so genannte Mir-doch-egal-Haltung hilft, dass erst gar kein Stress entsteht. Stress lässt sich auch durch Ausschlafen, körperliche Anstrengung oder Emotionsfluss (Weinen) abbauen. Autogenes Training und Meditationstechniken sind hilfreich aber sehr zeitintensiv!
Während des Spiels: Kaugummi kauen oder Bonbon lutschen führt zu Entspannungsreaktionen! Ruhige konzentrierte Atemzüge oder mehrfacher Wechsel von Muskelanspannung und -entspannung sind auch förderlich. Äußerst hilfreich ist auch das Blockieren des Denkens durch das gebetsmühlenhafte laute Denken einer Phrase in der Wurfbewegung.
Beim Checken sollte man sich diese geistige Übung zur Regel machen! | | | | 8. Fitness | | | | Folgende Übungsbeispiele sind gedacht, um Verschleißerscheinungen vorzubeugen und sich vor Spielbeginn zu lockern. Auch bei Darts ist es wichtig sich vorher aufzuwärmen, um sich vor Verletzungen zu schützen. 10 Minuten sollte man sich für die eine oder andere Übung nehmen, um einen "Tennisarm", krumme Finger oder andere physischen Beeinträchtigungen zu vermeiden. Jeder hatte sicherlich schon muskuläre Verspannungen in der Schulter und dem Rücken oder geschwollene Gelenke in Armen und Beinen.
Jeder Sport verlangt nach gewissenhafter Pflege der Muskeln, Sehnen und Gelenke - auch Darts!
Weiterhin sind wie bei jeder anderen Sportart gesunde Ernährung und Lebensweise, sowie Ausdauer- und Krafttraining sicherlich förderlich, um konstant hohe Leistungen zu erbringen.
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